Kapitel 2 · Supply Chain Management & Distribution
Nach dieser Einheit können Sie …
Literatur zur Vertiefung

Beschaffung ist der Prozess zum Einkauf und Bereit-stellung von Rohstoffen, Komponenten und Dienst-leistungen von externen Partnern, die für die Produktion von Waren und Dienstleistungen erforderlich sind.
Produktion ist ein zielgerichteter Prozess der Kombination von Gütern und Dienstleistungen in höherwertige Produkte.
Distribution umfasst die physische Verteilung von Waren vom Hersteller zum Endkunden und umfasst Lagerhaltung, Transport und Logistik von Fertigprodukten.
Absatz ist der Prozess des Verkaufs der Endprodukte an den Konsumenten oder Handelspartner.
(Chopra and Meindl 2025, Kapitel 1.5)
Entkopplungspunkt & Fertigungsstrategien
Denken in Zyklen
Kundenbestellzyklus: Verarbeitung von externen Kundenbedarfen
Distributions-/Versorgungszyklus: Umwandlung von Kundenbedarfen in interne Bedarfe an Fertigprodukten
Produktionszyklus: Umwandlung von internen Bedarfen in Produktions-bedarfe von Zwischenprodukten und Rohstoffen
Beschaffungszyklus: Gestaltung von Bestell-/Versorgungsprozessen für Rohstoffe und Dienstleistungen, die extern bezogen werden müssen

(Kummer et al. 2018, S. 45)
Entkopplung von Zyklen
Make-to-stock

Beispiele: Lebensmitteleinzelhandel, Drogerien, …
Make-to-order

Beispiele: Gebäude, Flugzeuge, Gemälde
Kundenzufriedenheit – Kundenerwartungen erfüllen
Kundenzufriedenheit & Unsicherheit
Kunden und Supply-Chain-Unsicherheit
Nachfrageunsicherheit
Unsicherheit der Nachfrage nach einem Produkt
Implizierte Nachfrageunsicherheit
Unsicherheit desjenigen Nachfragesegments, das durch die Supply Chain bedient werden soll basierend auf den definierten Nachfrageattributen
Kundenbedürfnisse & implizierte Unsicherheit
| Kundenbedürfnisse | Verursacht implizite Unsicherheit da … |
|---|---|
| (max.) Nachfragemengen steigen | Erhöhte Spannweite des Bedarfs größere Varianz / Schwankung der Nachfragemengen verursacht |
| Lieferzeit sinkt | Weniger Zeit bleibt um auf Nachfrageschwankungen zu reagieren |
| Anzahl angebotener Produkte erhöht | Nachfrage der einzelnen Produkte schwieriger zu prognostizieren |
| Lieferbereitschaftsgrad erhöht sich | Nachfragespitzen müssen nun abgefedert werden |
| Innovationsgrad erhöht sich | Nachfrage neuer Produkte in der Regel unbekannt oder schwer zu prognostizieren |
| Anzahl der Vertriebskanäle steigt | Nachfrage der einzelnen Vertriebskanäle schwieriger zu prognostizieren |
Rollen & Risikoallokation in Supply Chain
(Chopra and Meindl 2025, S. 57)
Reaktionsfähigkeit / responsiveness
Reaktionsfähigkeit
ist die Fähigkeit einer Supply Chain mit Nachfrageunsicherheit umzugehen
Reaktionsfähigkiet kann u.a. erreicht werden durch:
(Chopra and Meindl 2025, S. 56)
Reaktionsfähigkeit vs. Effizienz
Reaktionsfähigkeit
Die Reaktionsfähigkeit einer Supply Chain ist die Fähigkeit einer Supply Chain mit Nachfrageunsicherheit umzugehen
Strategische Treiber

\(\rightarrow\) Reaktionsfähigkeit verursacht Kosten!
Effizienz
Effizienz einer Supply Chain ist das Inverse der Gesamtkosten einer Supply Chain, d.h. aller Kosten eines Produkts von
Supply Chain Treiber
Figure 3
Teilstrategien
| Effiziente Supply Chains | Reaktive Supply Chains | |
|---|---|---|
| Primärziel | Nachfragebefriedigung zu niedrigsten Kosten | Schnellstmögliche Nachfragebefriedigung |
| Produkt-Design-Strategie | Geringe Produktvielfalt , Konzentation auf einfaches Design und hohe Durchsätze | Modulare Produktentwicklung und Postponement |
| Preisstrategie | Niedrige Preise und Margen da Kunden preissensitiv | Höhere Preise mit höherer Marge, da Kunden wenig preissensitiv |
| Fertigungsstrategie | Hohe Maschinenauslastung | Freie Kapazitäten um kurzfristig Produktionsmengen ausweiten zu können |
| Lagerstrategie | Minimierung von (Sicherheits-)Beständen | Einrichtung von Sicherheitsbeständen zur Absicherung von Nachfrageschwankungen |
| Versorgungsstrategie | Reduziere Zykluszeiten solange Kosten nicht steigen | Reduziere Zykluszeiten auch wenn Kosten steigen |
| Beschaffungsstrategie | Lieferantenauswahl nach Kosten und Verlässlichkeit | Lieferantenauswahl nach Reaktionsfähigkeit, Geschwindigkeit, Flexibilität und Qualität |
Normstrategien & SCM
| Normstrategie | Vorteil | Wettbewerbsbasis | Beitrag des SCM |
|---|---|---|---|
| Kostenführer | Kosteneffiziente Produktion anstoßen | Niedrigste Preise in der Produktkategorie | Effiziente kostengünstige Infrastruktur |
| Innovationsführer | Marktstärke nutzen und singuläre Technologie einsetzen | Begehrte und innovative Produkte generieren | Kurze Time- to -Market sichern, Volumen steigern |
| Serviceführer | Service auf Kunden konsequent zuschneiden | Erwartungen kundenspezifisch erfüllen | Kundenorientierte Entwicklung ermöglichen |
| Qualitätsführer | Sichere und zuverlässige Produkte herstellen | Singuläre Produkteigenschaften | Verlässliche SC, Quality Assurance |
| Nachhaltigkeitsführer | Nachhaltige Produkte und Prozesse | Nachhaltigkeitserwartungen der Kunden erfüllen | CO2-Neutralität, Energie- und Ressourcen-Schonung |

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